Montag, 12. März 2007

Colour lessons by Goethe





MIT GOETHE DEN FARBENKREIS DURCHLAUFEN ODER WENN FARBEN VERRÜCKT WERDEN
Auszug von 58 aus 920 Paragraphen zur Farbenlehre
von Johann Wolfgang von Goethe
mit 32 Farbradierungen und 2 Wasserzeichen
von Barbara Beisinghoff



"Wär nicht das Auge sonnenhaft,
wie könnten wir das Licht erblicken?"
Künstlerbuch von Barbara Beisinghoff
mit 88 Seiten
36 x 25 cm Fabriano
Umbria 150 g/qm
Reinhadern






"Wär nicht in uns des Gottes eigne Kraft
Wie könnt uns Göttliches entzücken?"








"Ich hatte die Gabe, wenn ich die Augen schloß und mir in der Mitte des Sehorgans eine Blume dachte, so verharrte sie nicht in ihrer ersten Gestalt, sondern sie legte sich auseinander. Es war unmöglich, die hervorquellende Schöpfung zu fixieren."
"Die ganze Natur offenbare sich durch die Farbe dem Sinne des Auges."
§ 1
DIE CHROMATISCHE HARMONIE
Das Auge schließt in sich selbst den Farbenkreis ab. Wenn in der Totalität die Elemente, woraus sie zusammenwächst, noch bemerklich sind, nennen wir sie Harmonie.











§ 43
Bald ein purpurnes, bald ein grünes Phänomen.
FARBIGE SCHATTEN
§ 64
Zu den farbigen Schatten gehören zwei Bedingungen, erstlich, daß das wirksame Licht die weiße Fläche färbe, zweitens, daß ein Gegenlicht den geworfenen Schatten auf einen gewissen Grad erleuchte.
§ 65
... der Schatten des aufrecht stehenden Bleistifts, welchen die Kerze wirft, wird von dem schwachen Tageslicht erhellt und wird von dem schönsten Blau erscheinen.
§ 75
Auf einer Harzreise im Winter stieg ich gegen Abend vom Brocken herunter; die weiten Flächen waren beschneit ... die Sonne senkte sich eben gegen die Oderteiche hinunter. ... da verwandelte sich die Schattenfarbe in ein Grün, das nach seiner Klarheit einem Meergrün, nach seiner Schönheit einem Smaragdgrün verglichen werden konnte.









§ 90
Höfe um das leuchtende Bild
Es wirkt nicht allein das Bild, sondern auch als Energie über sich hinaus.
Einen solchen Nebelschein sah ich mit einem gelben und gelbroten Kreise umgeben, als ich mehrere Nächte in einem Schlafwagen zubrachte und morgens bei dämmerndem Tageslichte die Augen aufschlug. Die Höfe erscheinen am lebhaftesten, wenn das Auge ausgeruht und empfänglich ist.
Diese Bedingungen fanden sich auch zusammen, als Descartes im Schiff sitzend geschlafen hatte und so lebhafte farbige Scheine um das Licht bemerkte.








§ 125
Mehrere Personen behielten das Bild eines hochroten Kattuns mit weißen Muscheln viele Minuten lang im Auge und sahen es wie einen Flor vor allem schweben.
§ 379
Die changeanten Farben der Vogelfedern

§ 586
Alles Lebendige strebt zur Farbe, zum Besonderen, zur Spezifikation, zum Effekt, zur Undurchsichtigkeit bis ins Unendlichfeine. Alles Abgelebte zieht sich nach dem Weißen, zur Abstraktion, zur Allgemeinheit, zur Verklärung, zur Durchsichtigkeit.

§ 627
Bei den saftigen Hüllen der Frucht geht etwas Ähnliches vor, indem sie sich von der grünen Farbe durch das Gelbliche und Gelbe bis zu dem höchsten Rot erhöhen, wobei die Farbe der Schale die Stufen der Reife andeutet.




EINATMEN
UND AUSATMEN
§ 696
Die Farbe stellt einen Gegensatz dar, den wir eine Polarität nennen und durch + und - recht gut bezeichnen können.




§ 748
Farbe und Ton
Beide lassen sich auf eine höhere Formel beziehen ... wie zwei Flüsse, die auf einem Berge entspringen, aber in zwei ganz entgegengesetzte Weltgegenden laufen.


Alle Radierungen wurden von der Künstlerin in der Viscosity Technik mit zusätzlichen Farben von Handwalzen über der Intaglioplatte gedruckt.
Handsatz und Buchdruck: Grafische Werkstatt für Technik und Kunst, Offenbach
Handeinband: Köhler, Dudenhofen
Auflage: 25 nummerierte und signierte Exemplare und 1 e.a.
Hrsg.: Die gläserne Libelle, 2006/2007
Barbara Beisinghoff
Warburger Weg 20
34474 Diemelstadt-Rhoden
T 05694 9912234
barbara@beisinghoff.de
1.800 €